Misano



01.07.2019

Achterbahnfahrt der Gefühle für Patric Niederhauser in Misano


Das vierte Rennwochenende der GT4 European Series auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli (28. bis 30. Juni) fand bei Temperaturen von bis zu 39 Grad Celsius statt. Patric Niederhauser und Teamkollege Reinhard Kofler trotzten der Hitze und zeigten im KTM X-Bow GT4 von True Racing ihr Potential. Im ersten Training fuhr Niederhauser auf Rang fünf, Kofler erzielte in der zweiten Session den siebten Platz.

Noch besser lief es im ersten Qualifying. Niederhauser fuhr hinter dem Schwesterauto Startplatz zwei heraus. In der zweiten Session schlug dann jedoch der Defektteufel zu. Aufgrund einer gebrochenen Antriebswelle konnte Kofler keine Rundenzeit erzielen. Damit stand fest, dass der KTM X-Bow GT4 mit der Startnummer 16 das Sonntagsrennen vom letzten Startplatz aufnehmen muss.

Mit einem reparierten Boliden startete Niederhauser in das Samstagsrennen. Nach wenigen Runden ereilte ihn eine Hiobsbotschaft: Die Rennleitung belegte sowohl Niederhauser als auch seinen Teamkollegen im Schwesterauto mit einer Durchfahrtsstrafe. In den Augen der Stewards hatte das Duo vor dem Erlöschen der Startampel beschleunigt und damit gegen die Regeln verstoßen. Die beiden True Racing-Piloten absolvierten die Strafe und fielen weit zurück. Der von Platz zwei gestartete Niederhauser fand sich auf Position 16 wieder. Der Schweizer und Teamkollege Kofler kämpften sich bis auf Rang acht nach vorne und betrieben mit vier Punkten etwas Schadensbegrenzung.

Im zweiten Rennen am Sonntagvormittag gelang Kofler eine starke Aufholjagd vom 32. und letzten
Startplatz bis auf Rang 16. Gerade als sie den Fahrerwechsel absolviert hatten, begann eine Full Course Yellow-Phase. Die Konkurrenz hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestoppt und konnte das ohne großen Zeitverlust nachholen. Als die Strecke wieder freigegeben war, kämpfte sich Niederhauser bis auf Rang 17 nach vorne.

Bereits in zwei Wochen ist Niederhauser wieder im Einsatz. Vom 12. bis 14. Juli gastiert die GT4 European Series in Zandvoort zur vorletzten Saisonstation.

Die beiden Qualifying-Sessions bedeuteten für euch Freud und Leid...
Das erste Qualifying war mega. Ein Startplatz in der ersten Reihe ist natürlich super. Das war für das erste Rennen vielversprechend. Reinhard hatte in Q2 leider ein technisches Problem, die Antriebswelle ist gebrochen. Deshalb konnte er keine Zeit setzen. Das war für uns ein Paukenschlag, denn das bedeutete für das Sonntagsrennen den letzten Startplatz.

Der nächste Rückschlag folgte nach wenigen Runden im Samstagsrennen. Wie siehst du die Strafe?
Aus meiner Sicht war der Start zu 100 Prozent regelkonform. Wir können das auch beweisen. Deshalb führen wir aktuell noch Diskussionen mit der Rennleitung. Unser Rennergebnis können wir jetzt  natürlich nicht mehr ändern. Uns ist möglicherweise ein Sieg entgangen. So etwas habe ich in meiner gesamten Motorsportkarriere noch nicht erlebt. Wir können einfach nicht verstehen, wie es zu dieser Strafe kam. Nach der Durchfahrtsstrafe haben wir uns durchs Feld gekämpft. Aber die vier Punkte für Platz acht sind nur ein schwacher Trost.

Auch im Sonntagsrennen habt ihr eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt...
Reinhard ist bis zum Fahrerwechsel vom letzten Startplatz bis auf Platz 16 nach vorne gefahren. Dann hatten wir allerdings Pech. Direkt nach unserem Boxenstopp kam eine Full Course Yellow-Phase. Das hat uns das Rennen komplett ruiniert. Unsere Konkurrenten hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestoppt und konnten die Full Course Yellow-Phase optimal für ihren Fahrerwechsel nutzen.

Wie geht ihr die letzten zwei Rennwochenenden der Saison an?
Wir werden weiter kämpfen. Wir müssen gewinnen, wenn wir in der Meisterschaft noch etwas ausrichten wollen. Unsere Pace in Misano war positiv, vor allem im Qualifying. Wir haben unser Potential gezeigt, wurden aber kaum belohnt. Wir hatten einfach unglaubliches Pech. Ich hoffe also, dass an den letzten beiden Rennwochenenden der Saison das Glück zurückkehrt.