Meisterschaftschancen



26.09.2018

nach schwierigem Wochenende in Shanghai immer noch intakt


Die Blancpain GT Series Asia ist in dieser Saison spannender denn je. Nach der vorletzten Veranstaltung des Jahres liegt GruppeM Racing Team-Pilot Patric Niederhauser mittendrin im engen Kampf um die Meisterschaft. Vergangenes Wochenende ging es für den Schweizer an den Shanghai International Circuit, der Formel-1-Strecke mit der berühmten Schnecken-Kurve. Niederhauser ging diesmal mit dem Stuttgarter Nico Bastian an den Start. Mit den Plätzen zehn und fünf in den beiden Läufen belegt der Schweizer nun Platz zwei in der Fahrerwertung. Nur zwölf Punkte Hypothek nimmt er zum finalen Showdown in Ningbo mit. Niederhauser kann somit aus eigener Kraft die Meisterschaft für sich entscheiden.

Die Vorzeichen für das Wochenende waren nicht die besten. Das Layout des 5,451 Kilometer langen Shanghai International Circuit kommt dem Mercedes-AMG GT3 mit den langen Geraden nicht gänzlich entgegen. Dass Niederhauser im Qualifying die viertschnellste Zeit in den Asphalt brannte, war daher eine mehr als beachtliche Leistung.

Im ersten Rennen gelang dem Schweizer ein toller Start. Er fiel in der ersten Kurve jedoch wieder zurück, weil er einem anderen Auto ausweichen musste. Niederhauser legte darauf eine tolle Aufholjagd hin. Wegen der 15-sekündigen Pflichtpause - in der Blancpain GT Series muss der Rennsieger beim nächsten Lauf besagte Pause beim Fahrerwechsel einlegen - fiel das Fahrerduo allerdings wieder zurück.

Im zweiten Lauf waren die Vorzeichen weniger gut als im ersten. Niederhausers Teamkollege Bastian qualifizierte sich auf Platz neun. Nach einer tollen Aufholjagd landete das Duo schließlich auf dem fünften Platz. Unter den Voraussetzungen betrieb das Duo mit den Ergebnissen unter dem Strich maximale Schadensbegrenzung.

Das nächste Rennen führt Niederhauser in die Blancpain GT Series, wo er kommendes Wochenende in Barcelona das Endurance-Cup-Finale für Reiter Engineering absolvieren wird.

Patric, wie fällt dein Fazit nach dem Wochenende in Shanghai aus?
Natürlich hätten wir uns mehr erhofft. Angesichts der Tatsache, dass unser Auto mit dem Layout in Shanghai nicht so gut klarkommt, haben wir uns gut aus der Affäre gezogen. Wichtig ist, dass ich nicht allzu viel Boden auf die Meisterschaftsführenden verloren habe und noch alle Chancen habe, aus eigener Kraft Champion zu werden.

Die langen Geraden haben euch in Shanghai nicht gerade in die Karten gespielt...
Ja, da hatten wir leider einen deutlichen Geschwindigkeitsnachteil gegenüber unserer direkten Konkurrenz. Wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Mit meinem Qualifying bin ich beispielsweise sehr zufrieden. In meiner schnellen Runde hat sich vor mir ein Auto herausgedreht und es wurden gelbe Flaggen geschwenkt. Da musste ich natürlich abbrechen. Ich habe dann eine weitere Runde angehängt, aber da hatten die Reifen schon ihren Peak verloren. Dennoch habe ich Startplatz vier herausgefahren. In der Runde davor hätte die Zeit locker für die erste Startreihe gereicht.

In den Rennen ging es für euch auf und ab...
Im ersten Lauf hatte ich einen perfekten Start und lag schon neben dem Führenden in der ersten Kurve. Er wurde allerdings von hinten angeschoben und ich musste weit ausweichen. Dadurch bin ich bis auf Platz zehn zurückgefallen. Mit dem Messer zwischen den Zähnen habe ich mich dann zurückgekämpft. Das hat ungemein Spaß gemacht. Im zweiten Rennen lief es auch ganz gut. Ich übernahm das Auto von Nico auf Platz sieben. Am Schluss war allerdings nicht mehr als Platz fünf drin.

Für dich steht nun dein GT-Debüt auf deiner Lieblingsstrecke an...
Ja, und darauf freue ich mich ungemein. Barcelona ist so eine fantastische Strecke. Trotz neuer Asphaltierung gehört sie vom Layout und von der Anlage an sich zur alten Schule. Die Kiesbetten verzeihen einem keinen Fehler. Da geht das Racerherz auf. Ich habe dort vor fast 20 Jahren als Kind mein erstes Formel-1-Rennen live vor Ort miterlebt und meinem Vater gesagt: "Papa, das möchte ich auch mal machen!" Jedes Mal, wenn ich an der Tribüne vorbeifahre, erinnere ich mich an diese Worte. Das ist schon etwas ganz Besonderes und für mich persönlich die wichtigste Strecke und ein unglaublich toller Ort, an den ich immer wieder gerne zurückkehre.