Sachsenring



20.09.2017

Ein Punkt als Trostpflaster für Patric Niederhauser


Patric Niederhauser reist mit einem Punkt als Trostpflaster von einem schwierigen Rennwochenende auf dem Sachsenring ab. Im hart umkämpften ADAC GT Masters war der Aust Motorsport-Pilot der Leidtragende des riskanten Manövers eines Konkurrenten. Dieser beförderte den Audi R8 LMS mit der Startnummer 4 im Samstagsrennen ins Kiesbett und aus dem Kampf um die Punkteränge.

Im zweiten Rennen am Sonntag wurden Niederhauser und sein Teamkollege Dennis Marschall zunächst auf Platz zwölf gewertet. Aufgrund der Disqualifikation zweier Konkurrenten rückte das Duo nachträglich auf Position zehn und damit in die Punkteränge auf. Die harte Arbeit in einem herausfordernden Rennen wird so doch noch mit einem Punkt belohnt.

Niederhauser sitzt bereits am kommenden Wochenende (22.- 24. September) wieder im Cockpit seines Audi R8 LMS. Beim Saisonfinale des ADAC GT Masters in Hockenheim fährt der Schweizer vor zahlreichen heimischen Fans.

Mit den DTM-Piloten Edoardo Mortara und Jamie Green als Gaststartern hattest du auf dem Sachsenring prominente Konkurrenz...
Das ist für das ADAC GT Masters eine tolle Sache. Es macht Spaß, gegen große Namen des Motorsports zu fahren. Ich habe auf der Rennstrecke keine Scheu. So hatte ich im Sonntagsrennen einen tollen Zweikampf mit Green. Es gab auch eine kleine Berührung, was ich unter 'hart, aber fair' verbuche.

Hart, aber nicht gerade fair ging es ja bei einem Zweikampf im Samstagsrennen zu. Wie kam es zu deinem unfreiwilligen Ausritt ins Kiesbett?
Der Corvette-Pilot hat mich in der Kurve rausgedrückt. Es war ein hartes Manöver und er ist dort viel Risiko eingegangen. Denn wenn man in dieser Kurve überholen will, riskiert man eine Kollision. Ich war der Leidtragende seines riskanten Manövers. Die Rennleitung hat das leider nur als einen normalen Zwischenfall angesehen und ihn nicht bestraft. Uns ist durch den Ausfall ein Kampf um die Punkteränge entgangen.

Wie bist du überhaupt in diesem Pulk von Autos gelandet?
Wir hatten leider keinen optimalen Boxenstopp und das hat uns ein paar Positionen gekostet. Ich kam nach dem Fahrerwechsel direkt vor gut einem halben Dutzend Konkurrenten auf die Strecke. Ein langsameres Fahrzeug hat uns alle eng zusammengeschoben. Ich hatte keine Chance, zu überholen, weil uns dafür auf dem Sachsenring einfach der Top-Speed fehlte. Wir waren also eine richtige Kampfgruppe, in der es auch ein paar Kontakte gab. Bis zum Zusammenstoß mit der Corvette lief aber alles fair ab.

Am Sonntagmorgen hast du dich mit Platz neun im Qualifying zurückgemeldet...
Ich hatte nicht erwartet, den Sprung unter die besten Zehn zu schaffen. Deswegen war ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ich habe sogar Audi-Werkspiloten hinter mir gelassen. Das Rennen war nicht einfach. Bereits nach wenigen Runden bauten die Reifen ab. Dass wir es letztlich noch in die Punkteränge geschafft haben, ist ein gutes Gefühl.

Das Finale auf dem Hockenheimring ist für dich aufgrund der nicht allzu großen Distanz zur Schweiz quasi ein Heimrennen. Was bedeutet das für dich?
Ich werde viel Unterstützung an der Strecke haben. Fast 100 Verwandte, Freunde und Partner kommen an den Hockenheimring, um mich anzufeuern. Die Strecke kenne ich gut und sie sollte dem Audi liegen. Allerdings bin ich mit Vorhersagen vorsichtig geworden, weil das ADAC GT Masters zuletzt unberechenbar war. Das verspricht auf der anderen Seite ein spannendes Finale.