Spa-Francorchamps



02.08.2016

20 Plätze gutgemacht: Mega-Aufholjagd in Spa-Francorchamps


Nach einem schwierigen Auftakt in der vierten Ausgabe des Blancpain Endurance Cup in Spa-Francorchamps stand dem Lamborghini GT3 Junior Patric Niederhauser und seinem Team Attempto Racing ein hartes 24-Stunden-Rennen bevor. Mit Konstanz und einem feinen Gespür für die Reifen kämpften sich der Schweizer und seine Teamkollegen den Weg nach vorn. Bei Rennende hat das Trio im stark besetzten Fahrerfeld mit einigen DTM-Größen als Gaststarter schließlich 20 Positionen gutgemacht.

Patric, das ihr habt über die 24 Stunden eine grandiose Aufholjagd von Startplatz 34 auf den respektablen 14. Rang gezeigt. Bist du zufrieden mit dem Ergebnis?
Grundsätzlich ja. Natürlich möchte ich weiter vorne liegen, das ist ganz klar. Aber letzten Endes bin ich schon allein deswegen happy, die 24 Stunden überstanden zu haben. Das ist schon eine gute Leistung an sich. Qualifying und Rennen verliefen allerdings nicht ganz reibungslos. Angesichts dessen bin ich mit dem 14. Platz zufrieden, vor allem wenn man sich das stark besetzte Fahrerfeld mit einigen DTM-Piloten vor Augen hält.

Woran lag es, dass ihr nicht über den 34. Startplatz hinausgekommen seid?
Wir haben mit dem Setup herumgetüftelt, aber leider nicht das passende für das Qualifying gefunden. Als wir herausgefunden haben, woran es lag, fehlte uns schließlich die Zeit, um unsere Position zu verbessern. Wir haben das Qualifying so gehandhabt, dass der Fokus auf einem Fahrer lag. Mein Teamkollege Daniel Zampieri hatte die meiste Erfahrung auf frischen Reifen. Deswegen hat sich das Team im Quali auf ihn konzentriert. Ich habe meine Outings dazu genützt, am Setup für das Rennen zu arbeiten.

Du hattest ja eine Menge Streckenzeit. Wie verliefen deine Stints?
Ich bin insgesamt vier Double-Stints und einen einfachen gefahren. Das macht unter dem Strich knapp zehn Stunden, die ich hinter dem Steuer gesessen bin. Bei einem Langstreckenrennen wie den 24 Stunden von Spa-Francorchamps ist es essenziell, mit den Reifen ordentlich hauszuhalten. Dabei habe ich von meinen bisherigen Erfahrungen in Le Mans und aus meiner Zeit in der GP3 profitiert. Mir sind konstant gute Rundenzeiten gelungen und ich hatte auch gegen Ende meiner Stints keinen Drop-off.

Du hast dich auch erfolgreich aus jeglichen Scharmützeln ferngehalten...
Ja, ich hatte ein sauberes Rennen und hatte keine einzige Berührung mit einem anderen Auto. Mein Nachtstint war richtig hart. Ich bin zwar nicht vom Gas gegangen, aber die Dunkelheit hat das Fahren schon stark erschwert. Am Morgen hat mir die Rennleitung leider eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Zunächst kam nur eine Verwarnung, worauf ich mich zurückgehalten und bewusst darauf geachtet habe, die Track Limits einzuhalten.

Kam die Durchfahrtsstrafe für dich demnach unerwartet?
Absolut. Eine halbe Stunde nach der Verwarnung wurde die Durchfahrtsstrafe gegen mich ausgesprochen, was für mich vollkommen unverständlich war. Sebastian Vettel hat einmal gesagt: "Die Strecken müssen so gebaut werden, dass man auf ihnen schneller ist als daneben." Ich habe einmal einen Fehler in der Eau Rouge gemacht. Dort ist es sowieso jedes Mal ein Kampf ums Überleben. Wenn man dort Übersteuern hat, versucht man, das Auto abzufangen und dann geht es eben nur noch geradeaus. Ich habe darauf besonders darauf geachtet, dass mir das nicht noch einmal passiert und meines Wissens nach habe ich da auch nicht mehr abgekürzt.